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Bauten und Denkmäler

Bauten & Denkmäler

Amberg – wie es früher lebte.
Stadtbrille bei Nacht
Stadtbrille

Der im Volksmund "Stadtbrille" bezeichnete Wassertorbau, der mit einer Länge von 46 m die Vils überspannt, ist 1454 als "Gang über die Vils" erstmals nachweisbar. Er dürfte sich damals bereits als eingeschossige Anlage mit Türmen über den beiden Mittelpfeilern präsentiert haben. Im Zuge eines Umbaus, der unter der Leitung des Trierer Hofbaumeisters Hans Hauck 1580 erfolgte, wurde der linke und der rechte Bogen des Wassertorbaus um je ein Geschoss erhöht, der mittlere um zwei Geschosse, die von zwei Turmaufbauten "bekrönt" waren. Mit der Beseitigung der beiden Türmchen und des dritten Geschosses über dem mittleren Joch sowie einer damit einhergehenden einheitlichen Bedachung erhielt die Anlage 1698 ihr heutiges Aussehen, abgesehen vom westlichen Bogen, der vor 1600 aufgefüllt und vor einigen Jahren wieder geöffnet wurde.

Kurfürstliches Zeughaus
Kurfürstliches Zeughaus

Der Ost- und Nordflügel der Anlage wurden unter Kurfürst Philipp um 1502 errichtet. Ein kurfürstlicher Zeugmeister lässt sich erstmals 1512 nachweisen. Der Bau des Südflügels, der 1607 abgeschlossen war, erfolgte unter der Statthalterschaft Fürst Christians von Anhalt und unter Beteiligung des kurpfälzischen Baumeisters Johann Schoch. Das Zeughaus verlor bereits 1743 seine eigentliche Funktion, 1778 wurde es endgültig aufgelöst. Unterschiedliche Nutzungen der Folgezeit brachten auch Veränderungen des Gebäudes mit sich. Am gravierendsten waren dabei die Einbauten von Stallungen für die Pferde der Kavallerie. 1945 wurde es durch einen Großbrand stark in Mitleidenschaft gezogen. Seit 1989 dient es dem Landkreis Amberg-Sulzbach als Verwaltungsgebäude, 1994 wurde seine umfassende Sanierung abgeschlossen.

Kurfürstliches Schloss Amberg
Kurfürstliches Schloss

Da die Schlossanlage an der Vils zu Beginn des 15. Jahrhunderts den Ansprüchen der Kurfürsten nicht mehr genügte, errichtete Kurfürst Ludwig III. (1410-1436) ab 1417 ein neues Schloss. Die unter Kurfürst Friedrich I. burgartig ausgebaute Anlage erhielt durch die Regentschaft eines Statthalters und die damit verbundene Hofhaltung den Rang einer Residenz. 1474 wurde anlässlich der "Amberger Hochzeit" parallel zu dem bereits bestehendem Bau die nachmalige "große Kemenate", der heutige Hauptbau des Schlosses, aufgeführt. In diesem richtete der Statthalter Ludwig Graf von Holnstein (1723-1780) seine Wohnung ein. 1768 ließ er die "vordere Kemenate", den ältesten Teil des Schlosses, abbrechen, um einen Barockgarten anlegen zu können. Letztmals erfüllte das Schloss Residenzfunktion, als Kurfürst Max IV. Joseph, der spätere König, auf der Flucht von französischen Truppen im Jahr 1800 nach Amberg kam. Heute dient die Anlage dem Landratsamt Amberg-Sulzbach als Verwaltungsgebäude.

Klösterl
Klösterl

Zur Erweiterung des schon bestehenden Herrschaftsgebäudes entstanden nach dem Übergang Ambergs und der Oberpfalz an die pfälzischen Kurfürsten das heute unter der Bezeichnung "Klösterl" noch existierende vordere und das im 18. Jahrhundert abgebrochene hintere Steinhaus an der Vils. Ersteres barg die fürstliche Kapelle und die Ratsstube. Nach Fertigstellung des neuen Schlosses 1420 wurde das nun als Freihaus rangierende Anwesen als Ritterlehen ausgegeben. Der Kauf des Anwesens durch den Orden der Armen Schulschwestern 1838 gab diesem bis heute den Namen "Klösterl". 1852 erwarb es die Stadt Amberg, um darin die "Maximilians-Rettungsanstalt" für sozial gefährdete Kinder einzurichten. Nach deren Auflösung 1936 fungierte das Gebäude als Schulhaus und Museum. Seit 2006 ist hier das Luftmuseum (Kunst-Architektur-Design-Technik) untergebracht.

Alte Veste
Alte Veste

Unter der Bezeichnung "Alte Veste" versteht man zumeist das älteste Herrschaftsgebäude Ambergs. Ob seine Anfänge in bambergische Zeit zurückreichen, ist unklar, es existierte aber bereits, als Amberg 1269 an den Wittelsbacher Herzog Ludwig II. von Bayern überging und fungierte auch in kurpfälzischer Zeit bis zur Fertigstellung des neuen Schlosses 1420 als Residenz sowie als Sitz des Viztums. Das in den Quellen des 15. bis 18. Jahrhunderts als Eichenforst bezeichnete Anwesen wurde, nachdem es für Herrschafts- und Verwaltungszwecke entbehrlich geworden war, als Ritterlehen ausgegeben.
Den Umbau des Anwesens zum adeligen Stadtpalais nach 1784 dokumentiert das Ehewappen über dem Eingangsportal. Bauherr war Freiherr Ludwig von Egcker, der mit einer Tochter des Statthalters Franz Ludwig Graf von Holnstein verheiratet war. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war es in Händen adeliger Bewohner. Nach einer umfassenden Sanierung wurde es 1985 von der Direktion der Stadtbau Amberg GmbH bezogen.

Kurfürstliche Regierungskanzlei
Kurfürstliche Regierungskanzlei

Zur Trennung von Hofhaltung und Verwaltung errichtete Kurfürst Friedrich II. in den Jahren von 1544 bis 1547 die kurfürstliche Regierungskanzlei, mit der die Renaissance in Amberg Einzug hielt. Der dreigeschossige Giebelbau wurde in Standsteinquadern ausgeführt. In dem über dem Hauptportal der östlichen Längsseite ausspringenden prächtigen Erker fanden die Porträts Kurfürst Friedrich II., seiner Gemahlin Dorothea von Dänemark und der Väter des fürstlichen Paares Aufnahme sowie die Wappen der Kurpfalz und des Königreichs Dänemark. Das Gebäude, an das im Hof Kurfürst Friedrich IV. 1601 einen polygonen Treppenturm anfügte, wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch einen Erweiterungsbau ergänzt. Heute birgt das Gebäude das Landgericht.

Frauenkirche

Die Amberger Frauenkirche ist auf das engste mit der Geschichte der spätmittelalterlichen Judengemeinde verwoben. Nach der Ausweisung der Juden, die zwischen Februar 1390 und Februar 1391 erfolgt sein muss, wurde in Amberg wie auch in Heidelberg an Stelle der Synagoge eine Kirche mit einem Marienpatrozinium errichtet. Erstmals urkundlich nachweisen lässt sich diese, als ein Amberger Bürger 1398 eine ewige Messe auf einen Altar in der Frauenkirche stiftete, die sich der besonderen Förderung König Ruprechts erfreute. Nachdem die auch als "Hofkapelle" bezeichnete Kirche in der Zeit des Kalvinismus zum Pferdestall herabgewürdigt worden war, wurde sie von den Jesuiten wieder in Stand gesetzt. Im 18. und 19. Jahrhundert fungierte die kleine dreischiffige Hallenkirche als "Hauskapelle" verschiedener Bruderschaften.

Fenzl Haus
Fenzl-Haus

1772 erwarb der Regierungsadvokat Johann Kaspar Wolf das Anwesen von dem kurfürstlichen Kämmerer Franz Gustav Freiherr von Gobel auf Hofgiebing und ließ es im Stile des Rokoko neu aufführen. Seine heutigen Namen verdankt das Haus dem Buchhändler Josef Fenzl, in dessen Besitz es 1908 kam.

Maltesergebäude
Maltesergebäude

Obwohl bereits 1630/31 eine ganze Reihe von Häusern in unmittelbarer Nähe der Kirche St. Georg zum Zwecke des Kollegbaus abgerissen worden waren, begannen die Jesuiten als Folge des 30-jährigen Krieges erst 1665 mit seiner Errichtung, die 1669 zum Abschluss kam. In den Jahren 1672 bis 1674 folgte das Gymnasium, 1674 bis 1678 der Kongregationssaaltrakt. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 kam der Komplex 1782 bis zu dessen Säkularisation 1808 an die bayerische Zunge des Malteserritterordens.
Zu den Besonderheiten der 160 m langen Anlage gehören der Kongregations- und der Bibliothekssaal. Ersterer wurde mit einer von dem Jesuitenfrater Johannes Hörmann entworfenen Kassettendecke und den Wandbildern des Münchner Hofmalers Johann Kaspar Sing ausgestattet. Der von einer Spiegeldecke überwölbte prächtige Bibliothekssaal barg einst den Buchbestand der Jesuiten. Seit 1826 sind die Bücher der säkularisierten Oberpfälzer Klöster in der hier errichteten Provinzialbibliothek untergebracht. 

St. Georg

Die romanische Anlage der 1094 erstmals schriftlich erwähnten Pfarrkirche Ambergs, deren äußeres Erscheinungsbild das älteste Amberger Stadtsiegel überliefert, wurde durch den 1359 begonnenen Bau der gotischen Basilika ersetzt, der mit Ausnahme des Turms zu Beginn des 15. Jahrhunderts vollendet war. Mit dem Übergang St. Georgs als Kollegkirche an die Jesuiten 1629 wurden die pfarrlichen Rechte auf St. Martin übertragen. Nachdem Kurfürst Maximilian I. den Abriss der Kirche abgelehnt hatte, wurde sie in der Folgezeit barockisiert. 1652 erfolgte ihre Ausgestaltung in "erlesenem Weiß" durch den italienischen Baumeister Francesco Garbanini, ab 1718 die Gesamtstuckierung und Schaffung von zwölf Stuckplastiken der Apostel durch Johann Baptist Zimmermann. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 kam die Kirche bis zu dessen Säkularisierung 1808 an den Malteserritterorden, 1923 wurde sie wieder Pfarrkirche.

Eh-Häusl
Eh-Häusl

Das kleine Haus verdankt seinen Namen einer Sage, die einen durchaus ernsten Hintergrund hat und die der Amberger Künstler Wilhelm Manfred Raumberger auf der Eingangstüre dargestellt hat. Dieser Sage zufolge musste ein heiratswilliges Paar über Haus- und Grundbesitz in der Stadt verfügen, um den Ehekonsens des Amberger Stadtmagistrats zu erhalten. Als ein findiger Bräutigam in der Seminargasse einen Hofraum zwischen zwei Anwesen entdeckte, erwarb er diesen, errichtete Vorder- und Rückmauer und setzte ein Dach darauf. Damit war den Vorschriften formal Genüge getan. Der Sage nach wechselte das "Eh'häusl" in der Folgezeit rasch die Besitzer und ermöglichte so vielen Paaren die Verehelichung. Heute beherbergt es ein Luxushotel für 2 Personen.

Stadtmauer
Stadtbefestigung

Die älteste Befestigung, die sich auf der linken Vilsseite im Verlauf des Spitalgrabens noch gut erkennen lässt, dürfte in das 12. Jahrhundert zurückreichen. 1326 wurde mit der Anlage der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung begonnen, die die Georgsvorstadt und das Spital mit in den Mauerbering aufnahm. Dabei entstand die unverwechselbare Ovalform, von den Ambergern liebevoll "Ei" genannt.
Die fünf Tore, Nabburger, Ziegel-, Vils-, Georgen- und Wingershofer Tor, lassen sich bereits im 14. Jahrhundert nachweisen. Das Wingershofer Tor wurde durch den burgartigen Ausbau des Schlosses im 15. Jahrhundert verlegt, das Georgentor im 17. Jahrhundert durch das weiter südlich gelegene Neutor ersetzt, das 1870 abgebrochen wurde. Im letzten Drittel wurden vor allem die Tore im Stil der Renaissance ausgebaut, im 17. Jahrhundert entstand die barocke Fortifikationsanlage. Trotz der "Entfestigung" der Stadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat sich die Stadtbefestigung in weiten Teilen erhalten.

Stadttheater Außenaufnahme
Stadttheater

Nach der Säkularisation des Franziskanerklosters wurde 1803 in seine dem Heiligen Bernhard geweihte Kirche das Stadttheater eingebaut. In den Jahren 1846/47 und 1862/63 wurde es mehrfach umgestaltet, 1952 wegen Baufälligkeit geschlossen und in den Jahren 1975 bis 1978 einer Generalsanierung unterzogen. Zur Errichtung eines Franziskanerklosters in Amberg hatten die "flammenden Predigten" des Hl. Johannes Capistran 1452 den Anstoß gegeben, der Amberger Bürger Johannes Pachmann hatte sie durch die Schenkung seines an der Vils gelegenen Anwesens ermöglicht. Das 1453 geweihte Kloster wurde im Zeitalter der Reformation 1555 aufgehoben, 1627 kehrten die Reformaten, ein neuer Zweig des Franziskanerordens, an die Vils zurück, um sich hier bis zur Säkularisation der Seelsorge zu widmen.

Schulkirche

Der heute als "Schulkirche" apostrophierte und dem Heiligen Augustinus geweihte Sakralbau entstand in den Jahren 1697 bis 1699 als Klosterkirche der Salesianerinnen, die kurz zuvor nach Amberg gekommen waren. Die Pläne dazu stammten von Wolfgang Dientzenhofer, bei dem auch die Bauleitung lag. Das von diesem geschaffene "Rundell" (Wiltmaister) erfuhr 1758 eine völlige Umgestaltung, mit der der Rokokostil in Amberg Einzug hielt. Während die Innenausstattung in der Hand Amberger Meister lag, so übernahm Franz Joachim Schlott die Bildhauer- und Schreinerarbeiten, konnte die damalige Superiorin Angela Viktoria von Orban den Hofmaler Gottfried Bernhard Götz für die Freskierung gewinnen. Nach der Säkularisation des Klosters der Salesianerinnen ging dieses mit der Kirche an die bis zum heutigen Tage namensgebende "Deutsche Schulstiftung" über. Später wurde sie Kirche der Armen Schulschwestern von Unserer lieben Frau.

Rathaus bei Nacht
Rathaus

Das Rathaus findet sich erstmals 1348 schriftlich erwähnt. Sein heutiger Kern, die als gotisches Zimmer bezeichnete ehemalige Ratskapelle und der später als Großer Saal bezeichnete Raum, entstanden in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Tiefgreifende Umbauten erfuhr das Rathaus in der ersten, eine beträchtliche Erweiterung in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts; bei letzterer entstanden der später so bezeichnete Kleine Saal sowie in einem Mezzaningeschoss das städtische "Archivgewölbe". Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde die Westfassade tiefgreifend umgestaltet. Dabei wurde nicht nur das zweite Geschoss des Altans abgerissen, sondern auch der fünfte, nördlichste Bogen durch einen Wendelstein ersetzt. Damals wurde auch die Fassade mit zwei Statuen, die eine Handel und Gewerbe, die andere die Mildtätigkeit darstellend, geschmückt. Die jüngste Sanierung des Gesamtkomplexes Rathaus wurde 1989 zum Abschluss gebracht.

Gebäude der Ratstrinkstube am Marktplatz
Ratstrinkstube

Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts lassen sich Zinsleistungen des Anwesens "von der Geintzen" an die Stadtkammer nachweisen, seit der Mitte des 16. Jahrhunderts wird deutlich, dass es sich dabei um die Ratstrinkstube handelt, in der auch Kramläden und die obere Apotheke untergebracht waren.
Nach dem Abbruch des Gebäudes, dessen Bezeichnung "Geintzen" bis heute ungeklärt ist, wurde in den Jahren 1728 bis 1764 ein dreigeschossiger Bau errichtet. Ein augenfälliges Merkmal des Gebäudes bildet die Auflockerung der in Sandsteinquadern aufgeführten Fassade durch allegorische Darstellungen der vier Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer. 1808 wurde aus der Ratstrinkstube der "Wittelsbacher Hof". 1865 erwarb der Bankier Knirlberger das Anwesen, 1920 der Kaufmann Paul Baumgart. Damit war die Ratstrinkstube zum Geschäftshaus geworden.

Kirche St. Martin

Seit der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts lässt sich das Vorhaben nachweisen, den romanischen Bau durch eine gotische Hallenkirche zu ersetzen. Deren Errichtung begann jedoch erst 1421 am Chor, dessen Einwölbung 1452 einsetzte. Nach dem Abbruch der Vorgängerkirche erfolgte ab 1456 die Errichtung des Langhauses; 1483 arbeitete man an der Einwölbung des letzten Joches. 1509 wurde der Turm bis zum Absatz über der Glockenstufe vollendet. In den Jahren 1869 bis 1874 wurde die Barockausstattung durch eine neugotische ersetzt.
Mit 72 m Länge, 28 m Breite und eine Firsthöhe von rund 40 m ist die Martinskirche die größte Hallenkirche Nordbayerns. Eine Besonderheit, die sich nur im Bereich der obersächsischen Hallenkirchen findet, bildet der Abschluss des zwischen den nach innen gezogenen Strebepfeilern angelegten Kapellenkranzes durch eine umlaufende Empore.

Figur am Walfischhaus
Walfischhaus

Das "Walfischhaus", früher auch "Jonas-Haus" bezeichnet, gehört sicherlich zu den auffälligsten Privathäusern Ambergs. Unter dem weit vorspringenden Dach, das zum Aufhängen der gefärbten Stoffe diente, befinden sich zwei figürliche Konsolen, die dem Färberanwesen seinen Namen gaben und unter dem damaligen Hauseigentümer Samuel Balthasar Hetzendörfer - vielleicht 1693 wie eine Steintafel bei der Haustür ausweist - angebracht wurden: Der Walfisch verschluckt Jonas und speit ihn wieder aus. Zwei darunter befindliche Steintafeln, eine von einer sagenhaften Gestalt, halb Frau halb Fisch, die andere von einem behelmten Krieger flankiert, erläutern die biblische Geschichte.

Morawitzky-Palais Außenaufnahme
Morawitzky-Palais

Joseph Klement Topor von Morawitzky war 1746 als Vizestatthalter der Oberpfalz nach Amberg gekommen. Während der Statthalter im Schloss residierte, errichtete sich Morawitzky ein eigenes Stadtpalais an dem damals als "Auf dem Holzmarkt" bezeichneten Platz. Dieses bezeichnete schon Johann Kaspar von Wiltmaister in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts als ein "ungemein herrliches Gebäude ... fast einer kleinen Residenz ähnlich". Es verfügte nicht nur über viele Zimmer, sondern auch über eine "kostbar eingerichtete große Kapelle". Nach unterschiedlichen Nutzungen erwarb die Stadt Amberg die ehemalige Stadtresidenz, in der sich nach Abschluss der Sanierungsarbeiten von 1993 verschiedene städtische Ämter befinden.

Spitalkirche

Als König Ludwig der Bayer das Spital 1317 außerhalb der damaligen Stadtmauern stiftete, bestand hier bereits eine dem Heiligen Johannes geweihte Kirche. Dieses Patrozinium lebte auf dem Hauptaltar der nachmaligen Spitalkirche, einem einschiffigen, nach Norden orientierten Kirchenbau mit eingezogenem Chor aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, fort, in die der König zur geistlichen Betreuung der Spitalinsassen eine Messe gestiftet hatte. 1326 - im gleichen Jahr gab das Spital auch den Anstoß zur Stadterweiterung in diesem Bereich - übertrug Ludwig die Verwaltung des Spitals dem Rat, der dafür Pfleger bestellte. Zur Ausstattung des Spitals erfolgten zahlreiche Stiftungen, aus denen ein beachtlicher Güterkomplex resultierte. Im Laufe der Zeit veränderte sich sein Charakter von einer umfassenden Wohlfahrtseinrichtung zum Altenheim in unserem Sinn.

Gebäude der alten Münzstätte
Alte Münze

Mit dem Herrschaftsübergang von der Pfalz an Bayern endete die Geschichte der Münzprägung in Amberg. Einen neuen Anfang nahm sie 1762 unter Kurfürst Max III. Joseph. Verschiedene Häuser waren zur Errichtung einer neuen Münzstätte, die 1763 ihren Betrieb aufnahm, angekauft und abgebrochen worden. Das zentrale Anwesen, aus dem die dreigeschossige Anlage mit ihrer stark plastischen Fassadengliederung hervorgegangen war, hatte zuvor dem Regierungsrat Johann Balthasar von Hahnenkamp gehört, das anstelle des 1703 zerstörten, schon in der Mitte des 16. Jahrhunderts nachweisbaren, Wirtshauses "Zum Wilden Mann" errichtet worden war.
Nach der Schließung der Münzstätte 1794 nahm die 1801 von Fortschau nach Amberg verlegte Gewehrfabrik in ihren Mauern den ersten Betrieb auf. Ein Jahr zuvor hatte der bayerische Staatsminister Joseph Freiherr von Montgelas sechs Monate in dem Anwesen residiert.

Nabburger Tor
Nabburger Tor

Erstmals findet sich ein Nabburger Tor in der Urkunde von 1317 genannt, mit der König Ludwig der Bayer das Amberger Spital stiftete. Dieses, in der Mitte des 14. Jahrhunderts als "Spitaltor" bezeichnete Stadttor ist - und dies erklärt sich bereits aus seiner Lage - nicht identisch mit dem späteren Nabburger Tor, das sein Entstehen der seit 1326 beginnenden Stadterweiterung verdankte und sich urkundlich erstmals 1382 fassen lässt. Dabei handelte es sich um ein im Spitzbogen schließendes Tor, das von zwei halbkreisförmigen Türmen flankiert wurde. Sein unverwechselbares Erscheinungsbild im Stil der Renaissance gewann der Torbau unter Kurfürst Ludwig VI. (1576-1583). Über dem Tor wurde ein wehrhafter zweigeschossiger Überbau errichtet, die Türme wurden durch ein Obergeschoss in Form eines Achtecks erweitert. Das Nabburger Tor war nicht nur Bestandteil der Stadtbefestigung und durch Torwärter kontrollierter Zugang zur Stadt, seine Türme dienten auch als "Arrestlokal".

Paulanerkirche

Es liegt ein relativ langer Zeitraum zwischen der Ankunft der Paulanerpatres - eigentlich hieß der Orden "Ordo Fratrum Minimorum sancti Francisci de Paula" 1652 in Amberg und dem Bau eines Klosters nach den Plänen und unter der Leitung Wolfgang Dientzenhofers 1695. Die Errichtung der dem Heiligen Josef geweihten Kirche nach den Plänen Dientzenhofers erfolgte in den Jahren 1717 bis 1719. Nach der Säkularisation des Paulanerklosters 1802 fand der profanierte Sakralbau, dessen Einrichtung an verschiedene Kirchen verkauft worden war, als Salzstadel Verwendung. Von 1851 an diente zunächst ihr durch eine Zwischendecke abgetrenntes oberes Stockwerk für gottesdienstliche Zwecke der evangelischen Gemeinde, die 1862 die ganze Kirche kaufte und ein Jahr später zur Pfarrei erhoben wurde. Nach einer umfassenden Renovierung 1888 wurde die ehemalige Paulanerkirche als protestantische Stadtpfarrkirche feierlich eingeweiht.

Fassade Baustadl
Baustadel

Wie die Jahreszahl 1544 an der südöstlichen Traufkonsole des Südflügels beweist, kam die zweiflügelige Anlage in diesem Jahr zum Abschluss. Nach der 1564 im Druck erschienenen Chronik Michael Schwaigers barg sie den städtischen Baustadel, einen Getreidespeicher, aber auch das städtische, nicht zu verwechseln mit dem kurfürstlichen Zeughaus. Die Zeughausinventare des ausgehenden 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts geben einen guten Einblick in die hier verwahrte "Kriegsrüstung" (Schwaiger). Seit dem 1989 abgeschlossenen Umbau dient das Gebäude dem Stadtmuseum zur Unterbringung seiner Sammlung.

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